KI-Agenten sollten trotz ihrer Integration in Arbeitsprozesse klar als Software verstanden werden und die Verantwortung für Entscheidungen kann nicht an den KI-Agenten delegiert werden. Bildquelle: Kohji Asakawa / pixabay.com

KI-Agenten sind Software – keine Kollegen

Unternehmen integrieren KI-Agenten zunehmend in ihre Strukturen: Sie erhalten Rollen im Organigramm, Leistungsziele und teilweise sogar Namen. Eine Studie der Boston University und BCG zeigt jedoch, dass diese Vermenschlichung das Verhalten von Führungskräften beeinflussen kann.

In einer Befragung von 1.261 Führungskräften gaben 31 Prozent an, dass KI in ihrem Unternehmen bereits als „Teamkollege“ oder „Mitarbeiter“ betrachtet wird. Bei 23 Prozent sind KI-Agenten sogar mit offiziellen Rollen im Organigramm verankert.

Besonders relevant ist, was dies für die Kontrolle der KI-Ergebnisse bedeutet: In einem Experiment mit 813 Führungskräften erkannten diejenigen, deren Unternehmen KI-Agenten organisatorisch als Mitarbeiter behandelte, 18 Prozent weniger Fehler, wenn sie den Output einem etablierten KI-Mitarbeiter statt einem reinen KI-Tool zuschrieben. Gleichzeitig eskalierten sie Probleme 22 Prozent häufiger und übernahmen weniger persönliche Verantwortung für Fehler. Der AI Sentiment Index 2025 ergab, dass nur jeder Vierte in Deutschland die von der KI generierten Ergebnisse überprüft – 80 Prozent sagen darüber hinaus, dass KI ihre Bedürfnisse versteht. Deutschland ist damit Spitzenreiter im internationalen Vergleich.

Die Ergebnisse machen deutlich: Je stärker KI als eigenständiger „Mitarbeiter“ wahrgenommen wird, desto größer kann die Gefahr werden, dass Führungskräfte ihre Ergebnisse weniger kritisch hinterfragen und Verantwortung an die KI oder andere Beteiligte abgeben. Das ist insofern fatal, da derjenige, der den Output von KI verwendet, auch für Fehler haftet. So erklärt es Bitkom-Expertin Adél Holdampf-Wendel in einem Interview mit aktiv.

Für Unternehmen bedeutet das: KI-Agenten sollten trotz ihrer Integration in Arbeitsprozesse klar als Software verstanden werden. Entscheidend sind definierte Verantwortlichkeiten, menschliche Kontrolle und eine kritische Prüfung der Ergebnisse. Die Verantwortung für Entscheidungen kann nicht an den KI-Agenten delegiert werden.

Woher die Tendenz stammt, nach der Menschen KI-Ergebnisse ungeprüft übernehmen, erläuterte Dr. Luc Albrecht, Keynote-Speaker und Autor aus Köln in seinem Online-Vortrag für syntra und VFF am 21. September 2026: KI trifft auf bekannte Denkfehler, so dass oft schon die Form genügt, damit sich die KI-Ergebnisse richtig anfühlen: Sie kommen schnell, sehen vollständig aus und klingen auf den ersten Blick in sich stimmig. Und: Das Prüfen der Ergebnisse kostet Zeit und Energie, das Übernehmen kostet nur ein Nicken. Wichtig sei, die eigene (Medien-)Kompetenz mit einzubringen, um KI-Ergebnisse auswerten und einordnen zu können, um sie so nicht ungefiltert zu übernehmen. 

Den ausführlichen Artikel lesen Sie hier.

Lesen Sie hier weitere interessante Artikel zu diesem Thema:

Artikel von der BCG

Artikel von der CEC & LinkedIn-Beitrag der CEC

Weitere Artikel finden Sie in unserem Archiv.

 

Bitte beachten Sie: Zur besseren Lesbarkeit wird auf dieser Website durchgehend die männliche Form verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.